Heute morgen konnte ich's noch gerade so schaffen, mit dem Fahrrad bei der Uni anzukommen, musste aber den letzten halben Kilometer schieben und als ich mein Fahrrad abschloss, sagte einer der Typen, die bei der Uni den Schnee kehren "What are you, crazy!? Riding that thing today!?", heute Nachmittag, als ich zurueck wollte, musste ich das Rad stehen lassen. Schloss eingefroren, nichts zu machen. Aufm Rückweg musste ich sehen, dass ich eh nicht viel damit hätte anfangen können. Weil hier so übler Wind ist, gibt es regelrechte Schneedünen an Häuserecken.
Jetzt unter diesen Umständen machen die praktische Mode, die viel zu großen Autos und viel zu breiten Straßen durchaus plötzlich Sinn. Die Hälfte meiner Nachbarn gibt sich große Mühe mit elektrischen Schneepflügen die Wege frei zu halten, die andere Hälfte, die nur Schneeschaufeln besitzt, hats aufgegeben, schafft man eh nicht bei dem Wind. Bisschen wie Ameisen, denen man einen Stock auf die Ameisenstraße legt. Aber vielleicht ist das auch nur eine sehr verschrobene persönliche Assoziation. =)
Die Straßen sehen mittlerweile richtig freundlich aus und ich könnte mir stundenlang den Verkehr hier angucken. Scheint hier kein ABS oder Anfahrhilfen zu geben, die schliddern hier gnadenlos durch die Gegend, aber wenigstens haben sie Talent dazu. Bei den ersten, die hier um die Kurven geschliddert sind, hab ich noch gedacht: Gut gerettet. Aber mittlerweile muss ich erkennen, dass die einfach Erfahrung haben bei Glatteis und das, was ich als gut gerettet angesehen habe, wahrscheinlich komplett einkalkuliert war.
Ich würde gerne Fotos zeigen, aber meine Kamera ist noch bei Tolan, als Ausgleich gibt es aber Fotos von Boston und neue aus New York:
Diesmal nicht nur lieblos eingefügt in ein Videoblog, sondern in voller Länge (oder Kürze, sind nur anderthalb Minuten): Kunsttanz! Darauf habt ihr doch alle nur gewartet, gebt es ruhig zu!
(Assignment für meinen Movement-Documentation-Kurs bei Elliot Caplan.)
Sitze gerade schon seit vier Stunden neben Tolan im Greyhound Bus von NYC nach Boston. Da Tolan jetzt aus Langeweile gefuehlte zwei stunden davon damit verbracht hat, einen Blogeintrag ueber meinen Besuch in Boston und unsere Fahrt nach NYC zu verfassen, den ich ausfuehrlicher und besser gar nicht schreiben koennte, gibts hier nur einen Link dahin: This lights will inspire you. faengt an in Absatz 3 bei "So, zu was anderem". Ich kann da alles unterschreiben, muss aber dazu noch sagen: es ist weniger schlimm, alleine in Boston zu bleiben, als wieder nach Buffalo zu muessen.
Hier gibts dann in den naechsten Tagen auch Fotos.
Sitze gerade in Tolans Wohnung in Boston. Sehr gute Stadt, wenn man das triste Buffalo gewohnt ist. Hier gibt es sogar Menschen. Gucke alle fünf Minuten aus dem Fenster und freue mich über jede Straßenbahn, die vorbei fährt, das erinnert mich so schön an den Dobben. Tolan ist in der Uni und fleißig (es ist 9 Uhr abends!) - ich habe keine Lust mehr, mein Paper weiterzuschreiben und das Fernsehprogramm fing schon nach einer Dreiviertelstunde an zu nerven.
Deshalb habe ich gerade New-York-Fotos sortiert und hochgeladen. Ist nur ein bisschen New York zu sehen, aber wer mich im Anzug sehen will oder vergessen hat wie Katharina oder Steffi aussehen, für den könnt das ganz interessant sein. Zum Angucken einloggen und so.

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Nachdem ich letzte Woche schon erfahren musste, dass der Laternenpfahl mit tausend angebundenen Plüschtieren, an dem ich seit drei Wochen jeden Morgen zur Uni vorbeifahre, an keinen Unfall erinnert, wie ich Naivling mir eingeredet habe, sondern an eine Schießerei und erst recht, nachdem Sergio vor zwei Tagen mittags fast direkt vor unserem Haus von drei schwarzen Jugendlichen mit Messer ausgeraubt wurde (da er am Tag vorher beim Geldautomaten war und er vergessen hat, das Geld aus dem Portemonnaie zu nehmen, haben die drei auch gleich mal schön $150 abgesahnt), nunja, seitdem fühl ich mich doch nicht mehr so sicher hier. Als ich hier eingezogen bin, war ich ebenfalls noch völlig eingeschüchtert, war sogar auf den 500 Metern zur Bushaltestelle immer in Alarmbereitschaft, aber das hat sich dann mit der Zeit gelegt, weil nie irgendwas auch nur annähernd Verdächtiges passiert ist.
Jetzt denken wir drüber nach, ob wir vielleicht morgens versuchen, gemeinsam zur Uni zu kommen. Für mich ists gar nicht so wichtig, glaube ich, ich habe ein Fahrrad und bin doppelt so groß wie Sergio und ohne ein Urteil über ihn zu fällen, kann ich mir schon vorstellen, warum jemand sich ihn als Opfer aussucht. Da er jetzt aber bestimmt schon zwanzig Mal gesagt hat "the next time I could be dead", womit er übertreibt, was mir aber trotzdem zu denken gibt, werd ich ihn wohl morgen zur Uni begleiten.
Davon abgesehen haben wir hier jetzt endlich sogar echte Amerikaner kennen gelernt. Die bisherigen zählten nicht, weil die auch alle irgendwie vor Jahren von woanders hergekommen sind. Das heißt, dass der Halloweenpartyplan auch endlich steht. Ich war noch nie in so einer dreckigen Wohnung, überall stehen mitten im Flur Möbel rum, sodass man, um auf Toilette zu gehen, an Schränken und Sofas vorbei oder drüberklettern muss und die Küche hat mir auf den ersten Blick zugeschrien, niemals etwas bei denen zu essen, aber als Party-WG ist deren Appartment mehr als nur optimal. Zentral gelegen, riesiger überdachter Balkon, eine Wand des Wohnzimmers besteht quasi nur aus Fernseher und ständig sind Leute da.
Leider tatsächlich alle Arten von Leuten und das eine Mädchen, das mich ansprach, als ich auf dem Balkon war und mich sofort gefragt hat, aus welchem Land ich komme (= der Akzent ist leider noch immer da =)), entpuppte sich als wahrer Deutschlandfan. Ok, fand ich gut, haben wir halt über Deutschland geredet, über Verkehrsregeln, über Essen, über Pretzels und Sausages, über Oktoberfests und alles und irgendwann sagt sie, dass sie Geschichte studiert und sie müsse sagen, sie könne uns Deutsche wohl verstehen. "What do you mean you understand us...?" - "Yeah, I mean, I can clearly see an issue with the Jews." - "An issue? What are you talking about?" - "Obviously... they are different... They don't believe in Jesus!"
Und dann reagier da erstmal vernünftig drauf, wenn eine Geschichtsstudentin dir im weiteren Gespräch offenbart, dass sie zwischen Nazi-Deutschland und heutigem Deutschland fast überhaupt nicht unterscheiden kann und dass sie dann auch noch erzählt, Deutschland deswegen zu mögen, und erwartet, dass du dich drüber freust. Das Schlimmste war eigentlich, dass sie sich dann, als ich ein paar Mal nachgefragt habe, selber gar nicht so sicher war, ob sie an Jesus oder wenigstens an Gott glaubt, aber trotzdem nicht wirklich einsehen wollte, dass das dann völlig irrelevant sei, ob irgendjemand anders nicht an Jesus glaubt. Erstaunlicherweise hat das Gespräch damit geendet, dass sie sich für die Unterhaltung bedankt hat, da sie ihr einiges deutlich gemacht habe (war nicht schwer, ihr was Neues zu erzählen, wenn sie bei Null anfängt), und dann auf Toilette verschwunden ist, um sich ausgiebig zu übergeben.
Der Gastgeber ließ dann zwei Tage später von ihr ausrichten, dass sie sich an kaum was erinnert, weil sie viel zu betrunken war, und dass sie sich entschuldigen möchte, weil sie noch schwach in Erinnerung hat, dass sie irgendwas gesagt hat, "which offended him." =)
Achja, das Oktoberfest, auf dem ich letzte Woche war, ist keines Berichts würdig. Wenn man sieht, was in amerikanischen Augen "deutsch" ist, wär man lieber was anderes. Französisch z.B., denn offensichtlich ist "Oh, I looove Paris" einer der ersten Sätze, die ein Amerikaner lernt. Egal, ob sie schon mal da waren oder nicht.
Eine Kanadierin, die wir kennen gelernt haben, erzählt uns fast zwanzig minuten lang von ihren indianischen Vorfahren und wie schlimm das ist, dass alle ausgerottet wurden und überhaupt, dass die ganze indianische Kultur verloren gegangen ist und sie heutzutage immer noch nicht wirklich ernst genommen werden. Olivier - betrunken - hört interessiert zu, schweigt die ganze Zeit und fragt nur ganz am Ende: "So... you like camping?"
a) Habe endlich die Torontofotos (5 o's!) hier hochgeladen:

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Spiele momentan Reiseführer für meine Eltern, die ihren Urlaub passenderweise hier in Amerika machen, lese englische Bücher über die Evolution des menschlichen Bewusstseins, frage mich, inwiefern das mit dem Studiengang überhaupt in Verbindung gebracht werden kann, schreibe englische Aufsätze über Dokumentarfilme und schneide Tanzkurzfilme. Teilweise reichlich seltsamer Lebensinhalt, aber leider nicht besonders erzählenswert. Aus diesem Grund gibt es mal wieder nur ein paar Buffalobilder.
Nächstes Wochenende gibt's n WG-Ausflug nach Toronto, vielleicht passiert dann mal wieder was Spannendes.








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